Attraktive Gesichter werden in Experimenten oft am Computer erstellt. Dazu wird eine Reihe von Photographien echter Personen per Morphing zu einem Durchschnittsgesicht zusammengemischt. Derartige Durchschnittsgesichter werden als besonders attraktiv beurteilt. Nach Meinung einiger Autoren könnte die Attraktivität der Durchschnittsgesichter aber mehr auf den Nebeneffekt zurückzuführen sein, dass deren Haut durch das Morphen besonders makellos, glatt, fein und damit jung wirkt als auf die eigentliche Durchschnittlichkeit der Gesichter.

Die wahrgenommene Attraktivität kann auch durch künstliche geschaffene Symmetrie zwischen den Gesichtshälften erhöht werden. Auch Säuglinge widmen diesen künstlich erzeugten Gesichtern mehr Aufmerksamkeit.

Zudem scheinen Gesichter mit weiblicheren Zügen als attraktiver wahrgenommen zu werden, zum Beispiel wenn sie höhere Wangenknochen aufweisen. Eine Besonderheit lässt sich dabei bei Frauen beobachten: Ihre Beurteilung von Attraktivität hängt von ihrem Zyklus ab. Befinden sie sich nahe dem Eisprung, bevorzugen sie eher männliche Gesichtszüge (ausgeprägtes Kinn etc.). Je weiter entfernt der Eisprung ist, desto attraktiver werden Gesichter mit weiblicheren Merkmalen beurteilt. Eine mögliche Erklärung ist evolutionspsychologisch: Attraktive Gesichter sollen Gesundheit, Kraft und reproduktive Fitness widerspiegeln. Auch im Tierreich gibt es Belege dafür, dass äußerliche Merkmale und deren Symmetrie bestimmend für die Paarungspräferenzen sind, beispielsweise das Pfauenrad, das Aufplustern oder Pfeifen von Vögeln bzw. unter höheren Säugetieren die Statur des ältesten Gorillas oder das Geweih von männlichem Rothirsch.

Ebenso spielt der soziale Vergleich eine wichtige Rolle. Menschen beurteilen ihre eigene und die Attraktivität anderer entsprechend den Eindrücken, die sie von ihrer sozialen Umwelt haben. So wurde gezeigt, dass Männer ihre Frauen als weniger attraktiv beurteilen, wenn sie kurz zuvor Bilder von sehr attraktiven anderen Frauen sahen.

Ein dritter Einfluss besteht in den bereits vorhandenen Gefühlen, die man gegenüber einer Person hegt: Menschen, die man liebt, findet man attraktiver.